Breaking Grid
Zum Thema „Order and Chaos“ der Triennale TexpoART 2026
Wenn Ordnung zerbricht
„Breaking Grid“ bewegt sich an der Grenze zwischen Ordnung und Chaos. Fragmente eines Porträts scheinen sich gleichzeitig aufzulösen und neu zusammenzufinden. Das Werk erzählt von Transformation – von jenem schmalen Grat, auf dem Vertrautes zerbricht und etwas Unerwartetes entstehen kann.
Die Geschichte hinter dem Werk
Manche Bilder wollen sich nicht vollenden lassen.
„Breaking Grid“ begann als Porträt mit dem Titel „Glühwürmchenkosmos“. Jahrelang wartete es darauf, vollendet zu werden – doch irgendetwas daran fühlte sich nicht richtig an. Ich wusste nicht, wie ich das ändern sollte. So blieb das Werk gefangen in seiner festgelegten Ordnung.
Als ich mich mit dem Thema „Order and Chaos“ beschäftigte, wurde plötzlich klar, was geschehen musste: Das Werk musste zerstört werden, damit etwas Neues entstehen konnte.
Ich holte tief Luft und zerschnitt das fast fertige Wollgemälde.
Aus diesem Moment des Chaos entwickelte sich leicht und selbstverständlichwie von selbst eine völlig neue Komposition. Die linke Bildhälfte bewahrt noch Fragmente der ursprünglichen Ordnung. Nach rechts löst sich das Porträt zunehmend auf. Formen verschieben sich, Grenzen verschwimmen, das Raster verliert seine Kontrolle.
Für mich hat das vollendete Werk seine kosmische Anmutung bewahrt. Es erinnert an Sterne und Nebel, an jene Orte, an denen Auflösung und Entstehung untrennbar miteinander verbunden sind.
Wir versuchen oft, unser Leben zu ordnen. Wir planen, strukturieren und halten fest. Doch manchmal entsteht gerade dann etwas Neues, wenn wir bereit sind, diese Ordnung loszulassen.
„Breaking Grid“ erzählt von diesem Moment. Von der Unsicherheit, wenn vertraute Strukturen zerbrechen. Aber auch von der Freiheit, die daraus entstehen kann. Vielleicht erinnert uns das Werk daran, dass Chaos nicht immer das Gegenteil von Ordnung ist. Manchmal ist es der Anfang einer neuen Ordnung.
Das Material als Teil der Aussage
Für dieses Werk wurden verschiedene textile Ebenen miteinander kombiniert.
Die ursprüngliche Wollmalerei wurde zerschnitten und als Collage neu zusammengesetzt. Gefärbte Gaze liegt wie ein halbtransparenter Schleier unter der sich auflösenden Bildkomposition und betont deren zunehmende Fragilität. Freie Handstickerei wirkt zunächst verbindend. Die glitzernden Fäden verlieren auf der rechten Bildseite ihre ordnende Funktion und verlaufen zunehmend ungezügelt durch den Raum.
Montiert ist die Arbeit auf einer handbemalten Akustikplatte. Ihr strukturierter Untergrund erweitert die textile Oberfläche um eine zusätzliche Ebene und verstärkt den Eindruck von Fragmentierung und räumlicher Tiefe.
Hier ist das Material nicht bloß Träger der Idee – es verkörpert sie.
Das Kunstwerk im Überblick
Gemälde aus Wolle auf Akustikplatte
Technik: Nassfilztechnik, Mixed Media, Collage, Handstickerei
Maße: 45 × 50 cm
Status: Verfügbar